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EN (Europäische Norm)

Definition: EN (Europäische Norm) bezeichnet harmonisierte Normen, die durch CEN, CENELEC oder ETSI verabschiedet werden. Sie dienen der Vereinheitlichung technischer Anforderungen im europäischen Binnenmarkt. EN-Normen müssen von den Mitgliedsstaaten übernommen werden.

Relevanz für die Praxis: EN-Normen sind häufig Grundlage für CE-Kennzeichnung und Konformitätsbewertung. Beispiele sind EN 1090 (Stahlbau) oder EN ISO 15614 (Schweißverfahrensprüfung). Nationale Normen mit widersprüchlichem Inhalt werden zurückgezogen.

EN 13134 – Lötverfahrensprüfung

Definition: EN 13134 ist eine europäische Norm zur Qualifizierung von Hartlötverfahren für tragende Bauteile aus Stahl. Sie beschreibt Anforderungen an Probenherstellung, Prüfungen und Gültigkeitsbereiche. Ziel ist der Nachweis reproduzierbarer Lötqualität.

Relevanz für die Praxis: Die Norm fordert mechanische Prüfungen, metallographische Untersuchungen und Sichtprüfungen. Gültigkeitsbereiche beziehen sich auf Werkstoffgruppen, Lote, Temperaturführung und Fügespalt. Sie ist relevant für sicherheitskritische Konstruktionen.

Entscheidungsperspektiven:

  • Technische Entscheider: Sicherstellung qualifizierter Lötprozesse.
  • Einkauf/Projektleitung: Forderung normkonformer Verfahrensqualifikation.
  • Wissenschaft: Analyse von Diffusionszonen und Gefügeänderungen.
  • Versicherung/Recht: Dokumentierter Qualifikationsnachweis.

Typische Prüf- oder Nachweisverfahren: Zug-/Scherversuch, Schliffprüfung, Sichtprüfung.

FAQ:

  • Wofür gilt EN 13134?
  • Für die Qualifizierung von Hartlötverfahren an tragenden Stahlbauteilen.

EN ISO 15614 – Schweißverfahrensprüfung

Definition: EN ISO 15614 ist eine internationale Norm zur Qualifizierung von Schweißverfahren durch Verfahrensprüfung (WPQR). Sie legt Prüfbedingungen, Probenanforderungen und Bewertungsmaßstäbe fest. Ziel ist die Sicherstellung reproduzierbarer Schweißqualität.

Relevanz für die Praxis: Prüfungen umfassen Zug-, Biege-, Kerbschlag- und Härteprüfung sowie makroskopische Untersuchungen. Der qualifizierte Parameterbereich definiert den Gültigkeitsumfang der WPS. Die Norm ist zentral im Druckgeräte- und Stahlbau.

Entscheidungsperspektiven:

  • Technische Entscheider: Absicherung mechanischer Schweißnahtkennwerte.
  • Einkauf/Projektleitung: Verbindlicher Qualifikationsnachweis vor Serienfertigung.
  • Wissenschaft: Untersuchung von Wärmeeinflusszonen.
  • Versicherung/Recht: Normgerechter Prozessnachweis.

Typische Prüf- oder Nachweisverfahren: Zugversuch, Kerbschlagbiegeversuch, Schliffprüfung.