Definition: Ein Peer-Review von Fertigungsprozessen ist die unabhängige fachliche Überprüfung von Produktionsabläufen, Prozessparametern und Qualitätsnachweisen durch qualifizierte externe Experten. Ziel ist die objektive Bewertung von Prozessstabilität, Normkonformität und Risikopotenzialen. Das Verfahren ergänzt interne Audits durch eine neutrale Perspektive.
Relevanz für die Praxis: Bewertet werden Prozessfähigkeit (Cp, Cpk), Prüfplanung, Validierungsberichte, Rückverfolgbarkeit und Einhaltung relevanter Normen (z. B. ISO 9001, IATF 16949). Schwachstellen in Dokumentation, Parametereinstellung oder Prüfmittelmanagement werden systematisch identifiziert. Das Peer-Review dient der Risikominimierung vor Serienanlauf, Zertifizierung oder Investitionsentscheidungen.
Entscheidungsperspektiven:
- Technische Entscheider: Externe Validierung kritischer Prozessschritte und Qualitätskennzahlen.
- Einkauf/Projektleitung: Objektive Grundlage für Lieferantenfreigaben oder Investitionsentscheidungen.
- Wissenschaft: Methodenkritische Bewertung statistischer Auswertungen und Prozessmodelle.
- Versicherung/Recht: Dokumentierter Nachweis technischer Sorgfaltspflicht und Risikobewertung.
Typische Prüf- oder Nachweisverfahren: Dokumentenaudit, Vor-Ort-Inspektion, Prozessfähigkeitsanalyse, Stichprobenprüfung.
FAQ:
- Wann ist ein Peer-Review von Fertigungsprozessen sinnvoll?
- Vor Serienstart, bei Qualitätsproblemen oder zur unabhängigen Bewertung komplexer Produktionsprozesse.