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Hochtemperaturwasser

Definition: Hochtemperaturwasser bezeichnet Wasser unter erhöhten Temperaturen und Drücken, wie es in Kraftwerks-, Reaktor- oder Prozessanlagen auftritt. Unter diesen Bedingungen verändern sich Löslichkeit, elektrochemisches Verhalten und Korrosionsmechanismen signifikant. Werkstoffe können verstärkt zu Oxidation, Spannungsrisskorrosion oder Wasserstoffaufnahme neigen.

Relevanz für die Praxis: Typische Anwendungen sind Dampferzeuger, Druckwasserreaktoren oder Hochdruckkessel. Bewertungsrelevant sind Temperatur (>150 °C), Druck, Sauerstoffgehalt, pH-Wert und Leitfähigkeit. Normative Bezüge finden sich u. a. in VGB-Richtlinien oder ASME-Code-Regelwerken. Fehlbewertung kann zu Wanddickenverlust, Rissbildung oder HTHA führen.

Entscheidungsperspektiven:

  • Technische Entscheider: Auswahl geeigneter Werkstoffe und Wasserchemie-Konzepte.
  • Einkauf/Projektleitung: Spezifikation korrosionsbeständiger Materialien und Überwachungssysteme.
  • Wissenschaft: Untersuchung elektrochemischer Prozesse bei hohen Temperaturen.
  • Versicherung/Recht: Bewertung von Korrosionsschäden und Einhaltung technischer Regelwerke.

Typische Prüf- oder Nachweisverfahren: Autoklavenversuche, elektrochemische Hochtemperaturmessungen, Wanddickenmessung (UT), Metallographie.

FAQ:

  • Warum ist Hochtemperaturwasser besonders korrosiv?
  • Erhöhte Temperatur und Druck verändern Reaktionskinetik und Passivschichtstabilität, was Korrosionsprozesse beschleunigen kann.