Forensic Analysis
Definition: Forensic Analysis ist die gerichtsfeste Untersuchung technischer Schadensfälle zur beweissicheren Klärung von Ursache, Ablauf und Verantwortlichkeit. Sie kombiniert naturwissenschaftliche Analytik mit dokumentierter Beweiskette (Chain of Custody). Ziel ist eine nachvollziehbare, reproduzierbare und rechtlich belastbare Bewertung.
Relevanz für die Praxis: Analysiert werden Bruchflächen (Fraktographie im REM), Werkstoffzusammensetzungen (EDX, OES), Gefügezustände (Metallographie) und Betriebsdaten. Die Methodik unterscheidet sich von rein technischer Schadensanalyse durch erhöhte Anforderungen an Dokumentation, Probenkennzeichnung und Neutralität. Ergebnisse dienen als Grundlage für Gutachten und gerichtliche Auseinandersetzungen.
Entscheidungsperspektiven:
- Technische Entscheider: Technische Ursachenklärung und Ableitung präventiver Maßnahmen.
- Einkauf/Projektleitung: Bewertung von Gewährleistungs- oder Regressansprüchen.
- Wissenschaft: Validierung analytischer Methoden und Reproduzierbarkeit der Befunde.
- Versicherung/Recht: Gerichtsfeste Beweisführung, Haftungszuordnung und Dokumentationssicherheit.
Typische Prüf- oder Nachweisverfahren: REM-Fraktographie, Metallographie, Härteprüfung, chemische Analyse, zerstörungsfreie Prüfung (ZfP), Dokumentenanalyse.
FAQ:
- Was unterscheidet Forensic Analysis von einer normalen Schadensanalyse?
- Sie unterliegt erhöhten Anforderungen an Beweissicherung, Dokumentation und rechtliche Nachvollziehbarkeit.