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Failure Investigation

Definition: Failure Investigation bezeichnet die systematische Untersuchung eines technischen Schadensfalls zur Ermittlung der primären und sekundären Schadensursachen. Sie kombiniert Werkstoffanalytik, Fraktographie, Belastungsanalyse und Dokumentenprüfung. Ziel ist die nachvollziehbare Rekonstruktion des Versagensmechanismus.

Relevanz für die Praxis: Analysiert werden Bruchflächen (z. B. mittels REM), Gefügezustände, Werkstoffzusammensetzung (EDX/OES), mechanische Kennwerte sowie Betriebsbedingungen. Typische Mechanismen sind Ermüdungsbruch, Spannungsrisskorrosion, Überlast oder Materialverwechslung (PMI). Eine strukturierte Vorgehensweise nach anerkannten Standards erhöht die Beweissicherheit und Reproduzierbarkeit.

Entscheidungsperspektiven:

  • Technische Entscheider: Ableitung technischer Korrekturmaßnahmen und Präventionsstrategien.
  • Einkauf/Projektleitung: Bewertung von Lieferantenverantwortung und Qualitätsabweichungen.
  • Wissenschaft: Analyse von Rissinitiierung, Risswachstum und mikrostrukturellen Einflussfaktoren.
  • Versicherung/Recht: Gerichtsfeste Dokumentation der Schadensursache und Haftungszuordnung.

Typische Prüf- oder Nachweisverfahren: Fraktographie im REM, Metallographie, Härteprüfung, Zugversuch, chemische Analyse (EDX, OES), ZfP.

FAQ:

  • Was ist das Ziel einer Failure Investigation?
  • Die eindeutige und nachvollziehbare Ermittlung der technischen Schadensursache als Grundlage für Prävention oder Haftungsbewertung.