Additive Fertigung
Definition: Additive Fertigung (Additive Manufacturing, AM) ist ein industrielles Fertigungsverfahren, bei dem Bauteile schichtweise aus digitalen 3D-Daten aufgebaut werden. Die Geometrie entsteht durch gezielten Materialauftrag oder selektives Aufschmelzen, nicht durch Materialabtrag. Terminologie und Verfahrensklassifikation sind in DIN EN ISO/ASTM 52900 geregelt.
Relevanz für die Praxis: Industriell relevante Verfahren sind Laser Powder Bed Fusion (LPBF/SLM), Elektronenstrahlschmelzen (EBM), Binder Jetting und Fused Deposition Modeling (FDM). Qualitätskriterien umfassen Bauteildichte (>99 % bei Metall-AM), Porosität, Oberflächenrauheit (Ra), Maßhaltigkeit sowie mechanische Kennwerte nach DIN EN ISO 6892 (Zugversuch). Prozessparameter, Pulverqualität und Wärmebehandlung beeinflussen Gefüge, Restspannungen und Ermüdungsverhalten.
Entscheidungsperspektiven:
- Technische Entscheider: Prozessstabilität, Anisotropie, Restspannungen, Qualifizierung von Bauprozessen und Bauteilen.
- Einkauf/Projektleitung: Spezifikation von Werkstoff, Bauparametern, Prüfzeugnissen (z. B. EN 10204 3.1) und Abnahmekriterien.
- Wissenschaft: Mikrostruktur-Prozess-Korrelation, Validierung nach ISO/ASTM 529xx-Reihe.
- Versicherung/Recht: Rückverfolgbarkeit von Prozessdaten, Dokumentationspflichten, Produkthaftung.
Typische Prüf- oder Nachweisverfahren: Computertomographie (CT), Zugversuch, Härteprüfung, Metallographie, zerstörungsfreie Prüfung (ZfP).
FAQ:
- Welche Norm definiert die Additive Fertigung?
- Die DIN EN ISO/ASTM 52900 legt Terminologie und grundlegende Verfahrensklassen der Additiven Fertigung fest.