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Kalibrierung mechanischer Messgrößen

Definition: Die Kalibrierung mechanischer Messgrößen ist die dokumentierte Ermittlung der Beziehung zwischen den Anzeigen eines Messmittels und den durch rückführbare Normale realisierten Größenwerten (z. B. Kraft, Druck, Drehmoment, Länge) unter festgelegten mechanischen und Umgebungsbedingungen. Sie liefert Messabweichungen und Messunsicherheiten als Grundlage für verlässliche Messergebnisse. Anforderungen an Kompetenz, Rückführbarkeit, Messunsicherheitsbewertung und Dokumentation sind in DIN EN ISO/IEC 17025 für Kalibrierlabore festgelegt.

Relevanz für die Praxis: Kalibrierte Prüfmittel sind eine wesentliche Voraussetzung für valide Ergebnisse in Werkstoffprüfung, Fertigungsüberwachung und Qualitätssicherung. Bewertet werden Anzeigeabweichung, Wiederholbarkeit und Konformität mit vorgegebenen Toleranzen. Die Rückführbarkeit erfolgt über nationale Normale, z. B. der PTB. Unkalibrierte Messmittel können zu systematischen Fehlbewertungen und Haftungsrisiken führen.

Entscheidungsperspektiven:

  • Technische Entscheider: Sicherstellung korrekter Prüfkräfte (z. B. in Zug- oder Härteprüfung) und Prozessparameter.
  • Einkauf/Projektleitung: Auswahl akkreditierter Kalibrierdienstleister und Festlegung risikobasierter Intervalle.
  • Wissenschaft: Bewertung von Messunsicherheit und Reproduzierbarkeit experimenteller Daten.
  • Versicherung/Recht: Nachweis ordnungsgemäßer Prüfmittelüberwachung im Rahmen von Produkthaftung.

Typische Prüf- oder Nachweisverfahren: Vergleichskalibrierung mit Kraft‑, Druck‑, Drehmoment‑ oder Längennormalen, Dokumentation der Rückführkette auf nationale oder internationale Normale, Ausstellung eines Kalibrierscheins ggf. mit Konformitätsaussage auf Basis einer festgelegten Entscheidungsregel.

FAQ:

  • Welche mechanischen Messgrößen müssen regelmäßig kalibriert werden?
  • Insbesondere Kraft-, Druck-, Drehmoment- und Längenmessmittel in qualitätsrelevanten Prüf- und Produktionsprozessen.